Sterbebegleitung – Wegbegleitung

Eine andere Art ein Wegbegleiter sein zu dürfen ist das Begleiten in der Zeit des Abschied Nehmens. Sei es für den Mensch, der sich auf die nächste Reise vorbereitet oder für die Trauernden, Hinterbliebenen. Wie damit umgehen wenn plötzlich eine lebensbedrohliche Diagnose oder eine lebensabschnittsverändernde Situation auftaucht?

Ich begleite Menschen und Angehörige in diesen schweren Lebensphasen. Bin für die da, die Abschied nehmen müssen, nehme ihnen die Angst vor dem Ungewissen.

Wenn man über seine Ängste reden kann, bekommt man die Kraft, sich mit dem eigenen Leben und dem Erlebten auszusöhnen. Dann wird der zu erwartende Tod nicht mehr als Feind betrachtet. Für alle Beteiligten wird es ein Abschied in Würde und Ehre. Das Loslassen fällt leichter, wenn die Zeit da ist. Man kann frei von irdischen Bindungen, Abschied annehmen und den Tod als Übergang betrachten.    

Ich unterstütze die Zurückgebliebenen die meist in dieser nicht alltäglichen Situation überfordert und leer sind. Das ist mein Beitrag als spirituelle Lehrerin und Wegbegleiterin, meine Mission eine „Geburtshelferin“ anderer Art zu sein.

 

Vielleicht ist auch der Tod ein Weg.
Unsicher ist da unser Schritt, ängstlich das Verharren, unklar das Ziel.
Aber vielleicht ergeht es uns im Tod nicht anders als in den Zeiten grosser Veränderungen,
die wir mit Unsicherheit und Bangen erlebt haben.

Wie wir verwandelt wurden vom Kind zum Jugendlichen,
und dann zum Erwachsenen:
Vielleicht ist auch der Tod nichts anderes
als eine letzte Verwandlung.
Wie aus Unreife umsichtiger Einblick wurde,
aus Vordergründigkeit Durchblick
und aus Unklarheit Klarheit:
Vielleicht steht uns etwas Ähnliches bevor.

Vielleicht ist der Tod
das letzte grosse Abenteuer.
Wir brauchen uns nicht zu fürchten.
Der Weg hört auch da nicht auf.

(Ulrich Schaffer)