Systemaufstellungen – eine lösungsorientierte Unterstützung
Systemaufstellung ist eine Methode zur Lösung von Problemen unterschiedlicher Herkunft. In einer in Seminarform angebotenen Veranstaltung werden verschiedene Arten von Aufstellungsformaten durchgeführt.
Als Oberbegriff ist die Familienaufstellung am bekanntesten. Alle Aufstellungsformate haben die gleiche Vorgehensweise, bei der Personen als Stellvertreter eine Benennung erhalten. („Vertreter für…“) Sie werden im Seminarraum positioniert und nach ihrer Wahrnehmung innerhalb des aufgestellten Systems befragt. Diese Arbeit ist eine Prozessarbeit und wird durch Betrachtung der daraus entstandenen Dynamik erkannt und geklärt. Das Ziel einer Aufstellung ist es, Klärungen und Lösungen für die Anliegen zu erhalten, Hintergründe oder Ursachen zu erkennen und neue Sichtweisen und Möglichkeiten wahrzunehmen. Bei allen Systemaufstellungen wird davon ausgegangen, dass die Stellvertreter in dem aufgestellten System Aussagen machen (können), die den Aussagen bzw. Dynamiken des realen Erlebens nahe kommen. Nur so kann eine zuverlässige Hilfe für den Ratsuchenden dargestellt werden.
Verschiedene Aufstellungsformate
Familienaufstellung
- Im Herkunftssystem werden aufgestellt: Ratsuchender, Eltern, Geschwister, Totgeburten, Fehlgeburten, wenn vorhanden Halbgeschwister. Je nach Anliegen Grosseltern und deren Geschichte, wenn es sich dabei um schwere Schicksalsbindungen handelt.
- Im Gegenwartssystem werden aufgestellt: Ratsuchender, Ehepartner, wenn vorhanden eigene Kinder. Bei geschiedenen Ehepaaren oder verwitweten Paaren in einer neuen Beziehung, der neue Lebenspartner und dessen Kinder.
- Bei Organisationsaufstellungen können einzelne aufgestellte Personen auch als Vertreter für ganze Personengruppen oder Abteilungen eines Unternehmens oder einer Organisation aufgestellt werden. Diese repräsentieren im aufgestellten System die Vertretung für Gruppen oder Kunden. Die Stellvertretung ist anders als bei der Familienaufstellung üblich.
- Teamaufstellungen können auch mit dem anwesenden Original-Team stattfinden. Hier kann ohne Stellvertreter gearbeitet werden. Jeder steht für sich selbst, mit seiner eigenen Biographie, seinen persönlichen Eigenschaften und gegenwärtigen Gefühlen. Trotz einiger Besonderheiten gibt es eine unverkennbare Verwandtschaft zu Systemaufstellungen mit Stellvertretern: Gleichermassen bilden sich soziale Beziehungen physisch, das heisst räumlich-körperlich, ab. Es gelten die gleichen systemischen Ordnungsprinzipien (Rangordnung, Bindung, Ausgleich von Geben und Nehmen).
Bei Strukturaufstellungen werden auch Vertreter für „Das Ziel“ oder „Das Hindernis“ aufgestellt und können so zur Systemdynamik einen Aspekt oder Beitrag leisten.
Vorbesprechung und Formatwahl
Vor Beginn einer Aufstellung wird die Person, die um eine Aufstellung zu einem bestimmten Klärungsanliegen gebeten hat, vom Aufstellungsleiter zum Anliegen befragt. Das Vorgespräch ist als Information für den Aufstellungsleiter wie auch für den Ratsuchenden notwendig. Zweck dieses Interviews ist es, das zum Anliegen gehörende System (Familie, Organisation, Ziele, Problematiken etc.) und Systemgrenzen in Erfahrung zu bringen. Aus den Schilderungen des Anliegens wird für den Seminarleiter die Anzahl und Auswahl der für die Systemaufstellung erforderlichen Vertreterbezeichnungen festgelegt.
Nach dem Vorgespräch wählt der Seminarleiter ein Format für die Aufstellung. Das Format kann im Allgemeinen eine Familienaufstellung, Teamaufstellung oder eine der Strukturaufstellungsformate sein.
Zum Beispiel wird in einer Familienaufstellung die Beziehung zu den einzelnen Familienmitgliedern sichtbar gemacht. Schwierigkeiten innerhalb der Familie werden auf Grund der Dynamik erkannt und die Ursache kann behoben werden.
Nach dem Vorgespräch wählt der Seminarleiter ein Format für die Aufstellung. Das Format kann im Allgemeinen eine Familienaufstellung, Teamaufstellung oder eine der Strukturaufstellungsformate sein.
Zum Beispiel wird in einer Familienaufstellung die Beziehung zu den einzelnen Familienmitgliedern sichtbar gemacht. Schwierigkeiten innerhalb der Familie werden auf Grund der Dynamik erkannt und die Ursache kann behoben werden.
Ablauf einer Aufstellung
Der Seminarleiter wählt eine passende Form der Systems aus. Der Ratsuchende wählt nun die einzelnen Stellvertreter (Personen) aus und stellt sie im Raum auf, so wie es aus dem intuitiven Empfinden des Ratsuchenden heraus richtig ist. Dadurch werden die Personen symbolisch zu einem Teil des aufgestellten Systems. Die gewählten Vertreter haben keinerlei Vorkenntnisse über das reale System. Sie werden nach einer kurzen Phase der Einfindung nach Veränderungen ihrer Wahrnehmung befragt. Diese Wahrnehmungen können Wärme oder Kälte, Nähe oder Distanz, Emotionen von Ärger oder Unruhe sein. Auch körperliche Anzeichen von Ermüdung, Leichtigkeit, Schmerzen oder Belastung können auftreten.
Über die Empfindungen der aufgestellten Personen können nun Problembereiche in dem “System“ erkannt werden. Durch “Stellungsarbeit” und Veränderung der Anordnung der Personen, können die Auswirkungen von Veränderungen im System getestet werden. Durch “Prozessarbeit” z.B. durch das Aussprechen von Sätzen können weitere Veränderungen erreicht werden. Das Lösungsbild zeigt sich nach einer erfolgreichen Prozessarbeit. Die Stellvertreter sind frei von Symptomen, stabil und unbelastet, sie haben ihren kraftvollen Platz für sich gefunden.
Zum Ende der Aufstellung werden die Vertreter vom Seminarleiter aufgefordert sich zu „entrollen“. Das heisst sich von ihren Vertreterrollen zu lösen, aus dem Feld der Aufstellung herauszutreten. Dadurch können sie sich wieder mit ihrer eigenständigen und individuellen Persönlichkeit identifizieren.
Nach Beendigung der Aufstellungsarbeit wird ein Nachgespräch durchgeführt. Falls notwendig, kann eine Strukturaufstellung in einer der folgenden Sitzungen weitergeführt oder wiederholt werden.
Warnhinweis und Gefahren
Die Teilnahme an Aufstellungen, auch als Vertreter, setzt im Allgemeinen normale körperliche und psychische Belastbarkeit voraus. Da in selteneren Einzelfällen auch zeitweilig auftretende psychosomatische Symptome in einer starken Dynamik wahrnehmbar sind, können die Belastungen für einen unerfahrenen Teilnehmer zu einer Überforderung führen. Deshalb ist es wichtig, dass der Seminarleiter diese Belastbarkeit des Ratsuchenden in einem Vorgespräch sorgfältig abklärt und richtig erkennt.
Voraussetzung für den Erfolg
Es gibt viele Therapeuten, die Systemaufstellungen anbieten. Damit diese Kurzzeittherapie ein Erfolg für alle Beteiligten wird, müssen wichtige Rahmenbedingungen vorhanden sein. Voraussetzung für ein gutes Gelingen dieser Arbeit ist:
- Eine stimmige „Chemie“ zwischen Therapeut und Hilfesuchenden ist die Grundbedingung.
- Ein aufklärendes Vorgespräch sollte angeboten werden um die Bedürfnisse des Hilfesuchenden zu erkennen
- Er muss spüren, dass sein Anliegen hundertprozentig wahrgenommen und ernst genommen wird.
- Es muss gewährleistet sein, dass jedes Anliegen diskret in einem geschützten Rahmen bearbeitet wird.
Dies erfordert vom Therapeuten Seriosität, Erfahrung und Einfühlvermögen. Die Eigenschaften Hingabefähigkeit, Achtung, bedingungslose Liebe und wohlwollende Absichten sind die Voraussetzungen die einen aufmerksamen Therapeut auszeichnen
Nach einer Aufstellung ist es wichtig, dass dieser Prozess wirken kann. Zeit ist das beste Mittel, um die Veränderung, die sich von selbst einstellt, erfahren zu können. Wenn Fragen oder emotionale Verunsicherungen auftauchen, sollte eine „Nachbetreuung“ in Form eines Gespräches mit dem behandelnden Therapeuten veranlasst werden.
Termine Systemaufstellungen:
2-Tagesseminar: Samstag/Sonntag
- 25./26. Februar 2012
- 03./04. März 2012 Zusatztermin, Ort wird noch bekannt gegeben
- 28./29. April 2012
- 23./24. Juni 2012
- 18./19. August 2012
- 27./28 Oktober 2012
Zeit: 09.00 – 18.30 Uhr (erfahrungsgemäss kann die angegebene Kurszeit überschritten werden)
Wo: Restaurant „Zum alten Pflüegli“, Eschenstrasse 11, 9200 Gossau, Tel. 071-385 65 22
Leitung: Adele Eichelberger
Kosten: 350.– sfr.
